LGMD 2D,
alpha-Sarkoglykanopathie
Die Muskeldystrophie vom
Gliedergürteltyp, Typ 2D
(LGMD
2D)
von Dr.
med. Carsten Schröter
Im folgenden erhalten Sie
eine Übersicht über die Muskeldystrophien vom Gliedergürteltyp (LGMD 2D).
Spezielle weitere Informationen zu den einzelnen Formen der
Gliedergürtelmuskeldystrophie erhalten Sie auf den folgenden Seiten:
Einführung:
www.gliederguertel-muskeldystrophien.de
Zur LGMD 1B:
www.gliederguertel-muskeldystrophien.de/lgmd1b
Zur LGMD 1C:
www.gliederguertel-muskeldystrophien.de/lgmd1c
Zur LGMD 1F:
www.gliederguertel-muskeldystrophien.de/lgmd1f
Zur LGMD 2A:
www.gliederguertel-muskeldystrophien.de/lgmd2a
Zur LGMD 2B:
www.gliederguertel-muskeldystrophien.de/lgmd2b
Zur LGMD 2D:
www.gliederguertel-muskeldystrophien.de/lgmd2d
Zur LGMD 2I:
www.gliederguertel-muskeldystrophien.de/lgmd2i
Muskeldystrophien vom Gliedergürteltyp – Einleitung
Muskeldystrophien sind
Erkrankungen der Muskelfasern, die zu einer Abnahme der Muskelmasse und damit
auch der Kraft insbesondere der Becken- und Schultergürtelmuskulatur führen.
Eine Gruppe, die sich durch Beginn der Symptomatik im Bereich der Schulter- oder
der Beckenmuskulatur manifestiert und unabhängig vom Geschlecht vererbt wird,
wird als Muskeldystrophie vom Gliedertyp bezeichnet. Dabei wurden zunächst der
Typ Leyden-Möbius und der Typ Erb unterschieden. Typ Leyden-Möbius umfasst die
Formen, die sich primär in der Beckenmuskulatur zeigten, der Typ Erb
manifestiert sich primär im Schulterbereich.
Inzwischen wissen wir aber
durch die enormen Fortschritte in der Humangenetik, dass sehr viele verschiedene
Gendefekte, die ganz verschiedene Bestandteile der Muskelfaser kodieren, zu dem
Bild einer Muskeldystrophie vom Gliedergürtel führen.
Da die meisten
medizinischen Arbeiten in der englischen Sprache veröffentlicht werden, hat sich
die Abkürzung LGMD durchgesetzt. Sie bedeutet: „Limb girdle muscular dystrophy“,
übersetzt eben „Gliedergürtelmuskeldystrophie“. Die einzelnen Unterformen der
Gliedergürteldystrophie werden mit den Buchstaben „LGMD“ und einer daran
angehängten Zahl und einem Buchstaben, z.B. LGMD2D, katalogisiert. Die genauere
Bedeutung der Zahl und des Buchstabens finden Sie unter dem Punkt Genetik auf
der Internetseite
www.gliederguertel-muskeldystrophien.de.
Grundlegende Informationen
zu den Muskeldystrophien vom Gliedergürteltyp finden Sie im Überblick ebenfalls
auf unserer Internet-Seite
www.gliederguertel-muskeldystrophien.de.
Im folgenden finden Sie
einige ergänzende Informationen zu einer speziellen Form, der LGMD 2D.
Spezielle Informationen
zum Typ
LGMD 2B
Die Sarkoglykanopathien
Die
Sarkoglykane sind eine Gruppe von Proteinen (Eiweiße), die unter anderem mit dem
Dystrophin und den Dystroglykanen einen sogenannten
Dystrophin-Glykoprotein-Komplex bilden, der schematisch auf der Internet-Seite
http://www.neuro.wustl.edu/neuromuscular/musdist/dag2.htm dargestellt ist.
Dieser Kompex ist wichtig für die Stabilität der Membran der Muskelfasern und
die Anbindung des Aktin-Zytoskeletts an die extrazelluläre Matrix. Es gibt vier
verschiedene Sarkoglykane: alpha-, beta-, gamma- und delta-Sarkoglykan. Während
alpha-Sarkoglykan nur in der quergestreiften Muskulatur, also der Muskulatur des
Bewegungsapparates zu finden ist, sind die anderen drei Formen auch in glatten
Muskelfasern (Muskulatur der Eingeweide) und anderen Geweben nachzuweisen.
Veränderungen der Gene, die die vier Sarkoglykane kodieren, führen zu typischen
Krankheitsbildern der Gliedergürtel-Muskeldystrophien. Für diese Formen der
Gliedergürtel-Muskeldystrophien, die als Sarkoglykanopathien zusammengefasst
werden, gilt, dass die Symptomatik in der Regel um so leichter verläuft, je
später sie beginnt. Aber auch innerhalb einer Familie können die Verläufe
unterschiedlich sein. Bei allen vier Formen kann auch eine Beteiligung der
Herzmuskulatur vorkommen, am seltensten allerdings bei der
Gliedergürtel-Muskeldystrophie LGMD 2D, der alpha-Sarkoglykanopathie
Charakteristischerweise tritt bei den Sarkoglykanopathien eine
Pseudohypertrophie der Waden auf, also eine Verdickung der Waden, die nicht auf
einer Vermehrung der Muskulatur, sondern von Fett- und Bindegewebe beruht.
Die Creatinkinase (CK), ein
Muskelenzym, ist im Blut meist deutlich erhöht zu messen.
Einige spezielle Informationen zum Typ LGMD 2D (alpha-Sarkoglykanopathie)
Die Symptome der Erkrankung
beginnen sehr variabel zwischen dem zweiten und fünfzehnten Lebensjahr. Der
frühere Beginn ist auch mit einem rascheren Fortschreiten verbunden, beim
spätere Beginn kann die Gehfähigkeit auch erhalten bleiben. Es gibt offenbar
auch Patienten, die sich lediglich durch einen erhöhten Wert der Creatinkinase (CK)
auszeichnen, aber ohne dass Schwächen der Muskulatur auftreten. Liegen Schwächen
vor, sind diese rumpfnah betont. Selten kommt auch eine Beteiligung der
Herzmuskulatur vor. Die CK ist meist deutlich erhöht.
Ursache der Erkrankung ist
eine Mutation des auf dem Chromosom 17. Der genaue Genort lautet 17q12-q21.33.
Weitere Informationen zum Typ LGMD 2D (alpha-Sarkoglykanopathie)
Weitere aktuelle
Informationen erhalten Sie auf den allerdings englisch-sprachigen
Internet-Seiten
www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/dispomim.cgi?id=608099
und
www.neuro.wustl.edu/neuromuscular/musdist/lg.html#ad
Mit den besten Wünschen,
insbesondere für Ihre Gesundheit
Dr. med. Carsten Schröter
Chefarzt
der Neurologischen Abteilung der Klinik Hoher Meissner
Arzt für Neurologie
Physikalische Medizin,
Rehabilitationswesen
Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke
Weitere Medizinische Informationen
und
Links für Patienten und Interessierte –
von
Amyotrophe Lateralsklerose bis zur
Therapie der spastischen Spinalparalyse
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Aktualisiert: Februar 2010
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